Der Schwur
Die Wappenbrüder-Reihe, Buch 4

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Der Schwur
Die Wappenbrüder-Reihe, Buch 4
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Ein uraltes Familienerbstück. Ein neu entdecktes Tor zur Vergangenheit. Was könnte da schon schiefgehen?
Nach einem tragischen Unfall in ihrer Kindheit, bei dem sie ihre Eltern verlor, fand Brianna O’Roarke Trost in historischen Antiquitäten – in Dingen, die bleiben. Dingen, die sie nicht erneut verlieren kann. Als sie jedoch entdeckt, dass das wertvollste Erbstück ihrer Familie – das jahrhundertealte Wolfsschwert – verschwunden ist, setzt sie alles daran, es zurückzubekommen. Endlich gelingt es ihr, ein Treffen mit dem schwer fassbaren Mr. MacTavish zu arrangieren, der inzwischen Anspruch auf das Schwert erhebt. Brianna reist nach Schottland, in das Anwesen ihrer Vorfahren, Dunhill Manor, in der Hoffnung, ihr Erbe zurückzufordern.
Schottland, 1434 – Aidan Sinclair hat nur noch eine letzte Mission zu erfüllen, um seinem heiligen Eid gerecht zu werden: Er soll die Montgomerys in ihrem zukünftigen Stammsitz ansiedeln – ein Versprechen an seinen Mentor und seine Brüder. Doch bei seiner Ankunft trifft er auf eine geheimnisvolle junge Frau, Miss O’Roarke, die eine sichere Passage nach Dunhill verlangt. Aidan ahnt, dass seine Aufgabe gerade erst beginnt … und womöglich eine ganz neue Reise auf ihn wartet.
Während Aidan und Brianna sich auf den Weg über Land und Meer machen, wird eines schnell klar: Ihre Leben sind auf mysteriöse Weise miteinander verwoben – schon lange bevor sie sich je begegnet sind. Und zweitens: Annahmen, besonders in Herzensangelegenheiten, führen selten zur Wahrheit. Erst recht nicht, wenn das Schicksal selbst Regie führt.
Kehre zurück in das abenteuerliche Mittelalter Schottlands – mit einer weiteren fesselnden Zeitreise-Romanze aus der Wappenbrüder-Reihe, in der lang gehegte Fragen beantwortet werden … und neue Geheimnisse beginnen, sich zu entfalten.
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Brianna war früher als gewöhnlich aus dem Bett und voller Vorfreude auf den Tag. Sie freute sich darauf, mehr Zeit mit den Montgomerys und Mr. Sinclair zu verbringen. Während Kitty noch tief schlief, zog sie ihren Morgenmantel über und wusch sich. Dann setzte sie sich an ihren Frisiertisch, drehte ihr Haar ein und band es mit einem Seidenband zu einem Knoten auf ihrem Kopf. Als sie ihr Spiegelbild betrachtete, stellte sie sich ihr Haar in seinem natürlichen Zustand vor – widerspenstig, wie man ihr immer gesagt hatte, ein dominantes O’Roarke-Merkmal. Sie hatte es so lange geglättet, dass sie fast vergessen hatte, wie man mit Locken umging, aber ihre letzte Keratinbehandlung würde nur noch wenige Wochen, höchstens einen Monat, halten.
Da sie beschloss, sich darum zu kümmern, wenn es so weit war, setzte Brianna ihre Morgenroutine fort. Sie hatte gerade ihren Morgenmantel abgelegt und wollte sich anziehen, als sie Geräusche an ihrer Tür hörte. Sie nahm an, dass es Lilly war, die ihr beim Ankleiden helfen wollte, und wartete darauf, dass sie wie jeden Morgen eintrat. Als das Klopfen ausblieb, dachte Brianna, ihre Hände seien womöglich voll, und eilte zur Tür, um zu helfen. Doch als sie sie öffnete, stand dort nicht Lilly, sondern Mr. Sinclair – in all seiner standhaften Pracht, die den gesamten Türrahmen ausfüllte. Seine Augen, heute Morgen in einem stürmischen Grünton, verstärkt durch die goldbraune Farbe seines Kapuzenumhangs, jagten ihr einen Schauer über den Rücken, der sie selbst überraschte. Einen Schauer, den er bemerkt haben musste, denn sein Blick wanderte von dem unordentlichen Knoten auf ihrem Kopf zurück zu ihrem Gesicht. In diesem Moment wurde Brianna bewusst, dass sie nur ihr Hemdchen trug – ohne Morgenmantel, der sie vor seinen durchdringenden Blicken hätte schützen können. Zu seiner Ehre hielt Mr. Sinclair seinen Blick jedoch fest auf ihr Gesicht gerichtet und ließ ihn nicht abschweifen.
»Mr. Sinclair«, sagte sie, froh, dass ihre Stimme ruhig klang. »Kann ich Euch helfen?«
»Ihr sagtet, Eure Familie habe Euch nach Abersoch gebracht, aber Ihr habt das nie näher erklärt«, erwiderte er und musterte ihr Gesicht mit einem fragenden Blick.
Er stellte seine Frage so direkt und schien wirklich neugierig auf die Antwort zu sein, dass Brianna ohne nachzudenken zurücktrat und ihn mit einer Handbewegung hereinbat. Nach kurzem Zögern nickte er und trat ein – langsam, mit spürbarer Zurückhaltung. Doch Brianna hatte längst erkannt, dass sie diesen Menschen vertrauen konnte, was sich immer wieder aufs Neue bestätigte. Selbst Mr. Sinclair, der ihr gegenüber zunächst misstrauisch gewesen war, sprach nun offen mit ihr.
Und so entschied sie sich, ihm so viel Wahrheit zu geben, wie möglich war, ohne die ganze Wahrheit auszusprechen. »Ich bin tatsächlich hierhergekommen, um ein Familienerbstück zurückzuholen«, sagte sie.
Er schien über ihre Worte nachzudenken. »Ich verstehe. Habt Ihr es gefunden?«
Sie schüttelte den Kopf. »Nein, das habe ich nicht.«
»Wünscht Ihr meine Hilfe bei der Suche?«
Seine Worte klangen in ihren Ohren wie die eines edlen Ritters gegenüber einer holden Maid, und als sie lächelte, tat er es ebenfalls. »Ich fürchte, unser geschätztes Wolfsschwert ist nun außer Reichweite.«
Sie war überrascht, wie leicht ihr diese Worte über die Lippen kamen. Es war ja nicht gelogen – sie war nach Abersoch gereist, um das Schwert zu holen, und es war tatsächlich unerreichbar. Hunderte Jahre entfernt, um genau zu sein. Was sie jedoch überraschte, war ihre eigene Art der Darbietung. Sie war nie eine besonders gewandte Flirterin gewesen – eher das Gegenteil. Doch selbst in ihren eigenen Ohren hatte das gerade nach leichtem Flirten geklungen. Und dann sah sie, wie sich etwas in seinen Augen veränderte. Er lächelte zwar noch, doch sie konnte erkennen, dass er etwas berechnete. »Mein Beileid zu Eurem Verlust«, sagte er schließlich. »Es ist wahrlich eine wertvolle Klinge … mit oder ohne den Stein.«
Brianna stockte. Stein? Welcher Stein? Sie hatte in dem Moment, als sie das Schwert erwähnte, vergessen, dass er es kennen musste. Einen Moment lang war sie verwirrt, dann dämmerte es ihr. Sie trat näher, plötzlich verzweifelt darauf bedacht, mehr zu erfahren – und vergaß sich dabei völlig. »Wartet. Ihr habt ihn gesehen? Den Edelstein?«, flüsterte sie und hielt den Atem an. Sie glaubte sich zu erinnern, dass Lachlan oder Celeste irgendwann etwas über einen Edelstein erwähnt hatten – vielleicht. Doch sie hatten so viel gesagt, dass sie sich nicht sicher war. Aber nun, da Mr. Sinclair von dem Stein sprach – dem Stein, der in die Vertiefung unter dem Familienwappen passte –, wurde ihr bewusst, dass sie ihr Leben lang über seine Existenz gerätselt hatte.
Er nickte. »Aye, eine unbezahlbare Schönheit.«
»Welche Farbe hat er?«, fragte sie aufgeregt. »Mein Großvater meinte, ein Saphir, aber wir waren nie sicher.« So vertieft in ihre Neugier bemerkte sie nicht einmal, wie genau er sie erneut musterte.
»Wahrlich, Mylady, ich würde sagen, O’Roarke-Blau. Genau die Farbe Eurer Augen.«








Kim Sakwa is the #1 bestselling author of the time travel romances The Prophecy, The Price, and Never Say Goodbye. She loves coffee, walking, and listening to music.